Ergonomischer Arbeitsplatz: richtig einrichten & einstellen

🏋️ Ergonomischer Arbeitsplatz: Kernmöbel, Haltung & Bewegung ✓ Stuhl/Tisch richtig einstellen ✓ Monitor & Maus ✓ Kosten + Spartipp mit Gebrauchtmöbeln.

Ergonomischer Arbeitsplatz: höhenverstellbarer Schreibtisch, dynamischer Bürostuhl und neutrale Körperhaltung

Wer den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, spürt es früher oder später: ein verspannter Nacken, ein ziehender Rücken, müde Augen. Solche Beschwerden sind kein unvermeidliches Schicksal, sondern meist die Folge eines schlecht eingestellten Arbeitsplatzes. Ein ergonomischer Arbeitsplatz dreht das Prinzip um: Nicht der Mensch passt sich an die Möbel an, sondern die Möbel an den Menschen. Das beugt Muskel-Skelett-Beschwerden vor, hält gesund und steigert die Konzentration.

Dabei ist Ergonomie kein Hexenwerk und auch keine Frage teurer Spezialmöbel. Es geht um wenige, klare Richtwerte: eine neutrale Körperhaltung, der richtige Bildschirmabstand, ein höhenverstellbarer Tisch, ein dynamischer Stuhl – und vor allem regelmäßige Bewegung. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Faustregeln.

Ergonomie in Zahlen

Ergonomie in Zahlen

Die Faustregeln fĂĽr einen gesunden Arbeitsplatz
~ 25 %
der Arbeitsunfähigkeitstage gehen auf Muskel-Skelett-Erkrankungen zurück – die häufigste Krankheitsursache im Büro
BAuA
90°
Faustregel: Knie, HĂĽfte und Ellbogen bilden etwa einen rechten Winkel, die FĂĽĂźe stehen flach auf dem Boden
Neutrale Haltung
50–70 cm
Sehabstand zum Monitor – die Oberkante liegt auf oder leicht unter Augenhöhe
Bildschirm
60/30/10
sitzen, stehen, bewegen – die Faustregel für dynamisches, gesundes Arbeiten
Dynamik

Dieser Ratgeber erklärt, welche zwei Möbel den Kern eines ergonomischen Arbeitsplatzes bilden, wie man Stuhl, Tisch und Bildschirm korrekt einstellt, wie sich Bewegung in den Arbeitsalltag integrieren lässt und welche rechtlichen Pflichten gelten. Ein Hinweis vorweg: Gute Ergonomie muss nicht teuer sein – geprüfte gebrauchte oder aufbereitete Markenmöbel bieten dieselbe Qualität wie Neuware zu einem Bruchteil des Preises.

1. Warum Ergonomie zählt

Der wichtigste Grund ist die Gesundheit. Muskel-Skelett-Erkrankungen – also Beschwerden an Rücken, Nacken, Schultern und Gelenken – sind die häufigste Ursache für krankheitsbedingte Fehltage und machen in Deutschland etwa ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage aus. Ein großer Teil davon entsteht durch langes, einseitiges Sitzen und falsch eingestellte Arbeitsplätze. Wer hier vorbeugt, senkt Fehlzeiten, erhält die Leistungsfähigkeit und steigert das Wohlbefinden der Beschäftigten – die Investition in Ergonomie amortisiert sich damit oft schnell.

Hinzu kommt die rechtliche Seite: Das Arbeitsschutzgesetz und die Arbeitsstättenverordnung verpflichten Arbeitgeber, Arbeitsplätze sicher und gesundheitsgerecht zu gestalten und eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Das gilt grundsätzlich auch für fest eingerichtete Heim- und Telearbeitsplätze. Ergonomie ist damit nicht nur ein Wohlfühlfaktor, sondern eine Pflicht – und zugleich ein starkes Signal der Wertschätzung, das bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften zählt. Eine durchdachte Gestaltung berücksichtigt dabei nicht nur die Möbel, sondern auch Beleuchtung, Raumklima und die Arbeitsorganisation.

Die präventive Wirkung ist gut belegt: Weil eine dauerhaft ungünstige Haltung zu chronischen Überlastungen führt, kann eine körpergerechte Anpassung diesen Prozess früh unterbrechen. Ergonomie wirkt dabei auf mehreren Ebenen – sie verhindert nicht nur akute Beschwerden, sondern verbessert auch Konzentration und Wohlbefinden, weil weniger Energie für das Aushalten einer schlechten Haltung verloren geht. Wichtig ist, Ergonomie als Prozess zu verstehen: Es genügt nicht, einmal Möbel anzuschaffen; entscheidend sind die individuelle Anpassung an die Tätigkeit und die Einweisung der Mitarbeitenden in ihren Arbeitsplatz.

2. Die zwei Kernmöbel: Schreibtisch und Stuhl

Zwei Möbelstücke bilden das Herzstück jedes ergonomischen Arbeitsplatzes: ein höhenverstellbarer Schreibtisch und ein dynamischer Bürostuhl. Zusammen ermöglichen sie genau das, worauf es ankommt – den ständigen Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Bewegen, statt stundenlang in derselben Haltung zu verharren.

Der höhenverstellbare Schreibtisch erlaubt den Wechsel zwischen Sitzen und Stehen und gleicht so die negativen Folgen langen Sitzens aus. Im Stehen werden Bein- und Rumpfmuskulatur aktiviert, die Haltung verbessert sich und der Kreislauf kommt in Schwung. Der dynamische Bürostuhl wiederum unterstützt die natürlichen Bewegungsimpulse des Körpers: Über eine Synchronmechanik bewegen sich Sitzfläche und Rückenlehne mit, sodass die Bandscheiben durch den Wechsel von Be- und Entlastung ernährt werden und die Rückenmuskulatur aktiv bleibt. Wichtig ist die individuelle Einstellbarkeit von Sitzhöhe, Sitztiefe, Armlehnen und Lordosenstütze. Der Unterschied zwischen einem starren und einem dynamischen Arbeitsplatz ist erheblich – die folgende Gegenüberstellung zeigt ihn.

MerkmalStatischer ArbeitsplatzDynamischer (ergonomischer) Arbeitsplatz
Möbelfeste Tischhöhe, starrer Stuhlhöhenverstellbarer Tisch, dynamischer Bürostuhl
Körperhaltungfixiert, oft über Stunden unverändertregelmäßiger Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Bewegen
Muskulaturwenig aktiv – Verspannungen und Abbauaktiviert – fördert Durchblutung und Muskelkraft
Gesundheithohes Risiko fĂĽr RĂĽcken-, Nacken- und Schulterbeschwerdendeutlich reduziertes Risiko fĂĽr Muskel-Skelett-Erkrankungen

Beim Kauf lohnt der Blick auf Qualitätsmerkmale: ein GS-Zeichen („Geprüfte Sicherheit") und die Konformität mit der Bürostuhl-Norm DIN EN 1335 signalisieren geprüfte Sicherheit und Ergonomie. Genau hier liegt auch ein Spar-Hebel: Hochwertige Marken-Bürostühle und höhenverstellbare Tische gibt es geprüft gebraucht oder fachgerecht aufbereitet zu einem Bruchteil des Neupreises – wie eine Möbelaufbereitung abgenutzte, aber solide Stühle wieder neuwertig macht, lesen Sie im eigenen Ratgeber.

Worauf es bei einem guten dynamischen Stuhl ankommt, lässt sich an wenigen Merkmalen festmachen: eine Synchronmechanik, bei der Sitz und Lehne im richtigen Verhältnis mitgehen, eine an das Körpergewicht anpassbare Gegenkraft, eine in Höhe und Tiefe verstellbare Lordosenstütze sowie höhen- und idealerweise breitenverstellbare Armlehnen. Erst diese Einstellmöglichkeiten machen aus einem Stuhl ein Werkzeug, das sich an unterschiedliche Personen anpassen lässt – besonders wichtig, wenn ein Platz von wechselnden Nutzern verwendet wird.

Der Wechsel zwischen Sitzen und Stehen ist dabei mehr als ein Komfortgewinn. Im Stehen ist die Wirbelsäule anders belastet als im Sitzen, die tiefe Rumpfmuskulatur arbeitet, und der Kreislauf kommt in Gang. Wer den höhenverstellbaren Tisch tatsächlich nutzt – und nicht nur besitzt –, verteilt die Belastung über den Tag und vermeidet die einseitige Dauerhaltung, die der Hauptauslöser von Rückenbeschwerden ist. Der Schlüssel ist, das Stehen zur Gewohnheit zu machen, etwa für Telefonate oder das Lesen am Bildschirm.

Vor dem Kauf – ob neu oder gebraucht – lohnt das Probesitzen: Ein Stuhl für die tägliche Hauptnutzung sollte sich über mehrere Minuten gut anfühlen und alle wichtigen Verstellungen bieten. Bei Gebrauchtmöbeln gilt es zusätzlich, die Mechanik zu prüfen – lässt sich die Höhe sicher arretieren, federt die Synchronmechanik gleichmäßig, sind Polster und Rollen in Ordnung? Ein kurzer Funktionstest erspart spätere Enttäuschungen und stellt sicher, dass die Ergonomie auch wirklich ankommt.

3. Die neutrale Körperhaltung

Das Ziel jeder Einstellung ist eine neutrale Körperhaltung – eine Haltung, in der Gelenke und Muskeln möglichst wenig beansprucht werden. Sie lässt sich an wenigen Punkten festmachen, vom Kopf bis zu den Füßen. Die folgende Übersicht fasst sie zusammen.

Neutrale Körperhaltung

Neutrale Körperhaltung

Die Checkpunkte von Kopf bis FuĂź
Kopf & Monitor
→
Bildschirm-Oberkante auf oder leicht unter Augenhöhe, Sehabstand rund eine Armlänge (50–70 cm)
Arme & Schultern
→
Schultern entspannt, Ober- und Unterarme etwa im rechten Winkel, Unterarme locker aufliegend
Handgelenke
→
gerade, nicht abgeknickt – Tastatur mit Abstand zur Kante, Maus nah daneben
RĂĽcken & Becken
→
Rücken an der Lehne, Lordosenstütze stützt den Lendenbereich, Hüftwinkel ≥ 90°
Knie & FĂĽĂźe
→
Knie etwa rechtwinklig, Füße flach auf dem Boden – sonst hilft eine Fußstütze

Der Grundgedanke dahinter: Eine dauerhaft ungünstige Haltung – etwa ein vorgestreckter Kopf zum Bildschirm oder abgeknickte Handgelenke – führt zu chronischer Überlastung. Die neutrale Haltung unterbricht diesen Prozess, indem sie die Belastung gleichmäßig verteilt. Sie ist allerdings kein starres Korsett: Die gesündeste Haltung ist immer die nächste. Deshalb sollte man die Position im Lauf des Tages bewusst variieren, statt eine einmal „richtige" Stellung stundenlang zu halten.

Entscheidend ist außerdem das aktive, bewegte Sitzen. Ein dynamischer Stuhl lädt dazu ein, die Sitzposition häufig zu verändern – mal aufrechter, mal zurückgelehnt –, statt steif zu verharren. Diese Mikrobewegungen halten die Bandscheiben mit Nährstoffen versorgt und die Muskulatur aktiv. Starres Sitzen, selbst in perfekter Haltung, ist auf Dauer ungünstiger als ein lockerer Wechsel zwischen mehreren guten Positionen.

4. Stuhl und Tisch richtig einstellen

Selbst der beste Stuhl nützt wenig, wenn er falsch eingestellt ist. Die Einstellung folgt einer festen Reihenfolge – immer von unten nach oben, beginnend mit dem Stuhl. Die folgenden vier Schritte führen zu einer neutralen Sitzhaltung.

Arbeitsplatz einstellen in 4 Schritten

Arbeitsplatz einstellen in 4 Schritten

Von unten nach oben – immer mit dem Stuhl beginnen
Reihenfolge fĂĽr eine neutrale Sitzhaltung
1
Sitzhöhe einstellen
Zuerst der Stuhl: So hoch, dass die Füße flach auf dem Boden stehen und der Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel mindestens etwa 90° beträgt. Geht das nicht, hilft eine Fußstütze.
StartFüße flach · ≥ 90°
2
Sitztiefe wählen
Zwischen Sitzvorderkante und Kniekehlen bleiben etwa zwei bis drei Fingerbreit Platz. So wird die Durchblutung der Unterschenkel nicht behindert und die Oberschenkel liegen voll auf.
Sitz2–3 Finger Freiraum
3
RĂĽckenlehne & LordosenstĂĽtze
Die Lordosenstütze unterstützt die natürliche S-Form der Wirbelsäule im Lendenbereich. Der Rücken sollte in jeder Position Kontakt zur Lehne haben, damit die Muskulatur entlastet wird.
RĂĽckenLendenstĂĽtze
4
Armlehnen & Tischhöhe
Armlehnen so hoch, dass die Schultern entspannt sind und die Unterarme im rechten Winkel aufliegen. Den höhenverstellbaren Tisch auf dieselbe Höhe bringen – Unterarme und Tischplatte bilden eine Linie.
AbschlussArme 90° · Tisch = Armhöhe

Der häufigste Fehler ist, mit dem Tisch zu beginnen: Wer die Tischhöhe zuerst festlegt, muss am Ende fast immer nachbessern. Deshalb gilt die Reihenfolge Stuhl vor Tisch. Reicht die Sitzhöhe nicht aus, damit die Füße flach stehen – etwa bei kleineren Personen oder festen Tischhöhen –, schafft eine Fußstütze Abhilfe; worauf es dabei ankommt, zeigt der Ratgeber zur Fußstütze am Schreibtisch. Eine einmal gefundene, gute Einstellung lohnt es sich zu merken oder – bei elektrischen Tischen – als Profil zu speichern.

Nach dem Einstellen lohnt eine kurze Kontrolle: Lassen sich die Füße flach aufsetzen, bilden Knie und Ellbogen etwa rechte Winkel, liegen die Unterarme ohne hochgezogene Schultern auf? Wenn ja, stimmt die Basis. Da sich der Körper an eine neue Einstellung erst gewöhnen muss, sollte man ihr ein paar Tage geben, bevor man nachjustiert. Und weil sich Tätigkeiten und Personen ändern, ist die Einstellung kein einmaliger Akt – ein gelegentlicher Check, etwa nach einem Stuhltausch oder bei neuen Beschwerden, hält den Arbeitsplatz dauerhaft passend.

5. Monitor, Tastatur und Maus

Nach Stuhl und Tisch entscheidet die Anordnung der Arbeitsmittel über die Haltung von Kopf, Nacken und Händen. Eine falsche Positionierung von Monitor, Tastatur und Maus führt direkt zu Verspannungen – die richtige ermöglicht eine entspannte, neutrale Haltung über den ganzen Tag. Die folgende Übersicht zeigt die optimalen Einstellungen.

GerätOptimale EinstellungNutzen
MonitorOberkante auf oder leicht unter Augenhöhe, Sehabstand rund eine Armlänge (50–70 cm)der Kopf bleibt neutral – das entlastet die Nackenmuskulatur
Tastaturmit Abstand zur Tischkante (Handballenauflage), Handgelenke geradekein Abknicken – senkt das Risiko fürs Handgelenk
Mausnah an der Tastatur, Arm liegt am Körper ander Arm wird nicht abgespreizt – entlastet die Schulter
Dokumentenhalterzwischen Tastatur und Monitorspart ständiges Kopfdrehen – schont die Halswirbelsäule

Bei zwei Monitoren werden diese direkt nebeneinander und im gleichen Winkel zur Person aufgestellt; wird einer überwiegend genutzt, steht er mittig. Wer zu Beschwerden an den Handgelenken neigt, kann mit einer vertikalen Maus oder einer geteilten Tastatur eine neutralere Handhaltung erzwingen. Die rechtlichen Vorgaben speziell für die Bildschirmarbeit – von der Beleuchtung bis zur Reflexionsfreiheit – fasst der Ratgeber zur Bildschirmarbeitsplatzverordnung zusammen.

Ein oft übersehener Faktor ist das Licht. Der Bildschirm sollte möglichst im rechten Winkel zum Fenster stehen, damit weder direktes Licht noch Spiegelungen auf der Oberfläche stören – beides zwingt das Auge zu ständiger Nachregelung und ermüdet. Eine blendfreie, dimmbare Arbeitsplatzleuchte ergänzt das Tageslicht für dunklere Stunden, und die Bildschirmhelligkeit sollte an das Umgebungslicht angepasst sein. Diese kleinen Maßnahmen entlasten die Augen ebenso wie eine gute Sitzhaltung den Rücken.

Ein Sonderfall ist die Arbeit am Laptop: Dessen Bildschirm und Tastatur sind fest verbunden, sodass entweder der Bildschirm zu tief oder die Hände zu hoch liegen. Für längeres Arbeiten am Notebook empfiehlt sich deshalb ein Laptopständer in Kombination mit externer Tastatur und Maus – so lässt sich der Bildschirm auf Augenhöhe bringen, während die Hände entspannt auf Tischhöhe tippen. Gerade im Homeoffice ist das eine der wirksamsten und günstigsten Ergonomie-Maßnahmen.

6. Bewegung am Arbeitsplatz

Die beste Möbelausstattung ersetzt keine Bewegung. Selbst der ergonomischste Stuhl kann die negativen Folgen stundenlangen, unbeweglichen Sitzens nicht vollständig ausgleichen – langes ununterbrochenes Sitzen gilt als eigenständiger Gesundheitsrisikofaktor. Entscheidend ist deshalb eine dynamische Arbeitsweise: möglichst oft die Haltung wechseln, regelmäßig aufstehen und in Bewegung bleiben.

Eine bewährte Faustregel ist die 60/30/10-Regel: etwa 60 Prozent der Arbeitszeit sitzen, 30 Prozent im Stehen arbeiten und 10 Prozent aktiv bewegen. Dieser Rhythmus hält Durchblutung und Stoffwechsel aktiv und beugt Ermüdung vor. Unterstützen lässt er sich durch kleine organisatorische Kniffe: Drucker und Mülleimer bewusst nicht direkt am Platz, sondern in einer zentralen Zone aufstellen, Telefonate im Stehen oder Gehen führen, Besprechungen als Walking Meeting abhalten und alle 30 bis 60 Minuten eine kurze Mikropause für Dehnübungen einlegen. Schon diese kleinen Gewohnheiten summieren sich über den Tag zu spürbar mehr Bewegung – und genau die ist der wirksamste Schutz vor den typischen Bürobeschwerden.

Auch die Augen profitieren von Pausen. Eine einfache Regel für die Bildschirmarbeit ist die 20-20-20-Methode: alle 20 Minuten für rund 20 Sekunden in die Ferne blicken, etwa auf einige Meter Entfernung. Das entspannt die Augenmuskulatur, die beim Nah-Sehen dauerhaft angespannt ist, und beugt Ermüdung und trockenen Augen vor. Zusammen mit regelmäßigem Aufstehen entsteht so ein Rhythmus, der Körper und Augen gleichermaßen entlastet.

7. Recht, Kosten und der Spar-Hebel

Die Pflicht zur ergonomischen Gestaltung ergibt sich aus dem Arbeitsschutzgesetz und der Arbeitsstättenverordnung samt den zugehörigen Technischen Regeln (ASR). Für die Bildschirmarbeit konkretisiert die DGUV Information 215-410 die Anforderungen. Diese Vorgaben gelten für das Büro und – bei fest eingerichteten Telearbeitsplätzen – grundsätzlich auch fürs Homeoffice; dort ist ebenfalls eine Gefährdungsbeurteilung vorgesehen.

Kostenseitig liegt ein vollwertig ergonomischer Arbeitsplatz grob bei 800 bis 2.000 Euro – ein guter dynamischer Bürostuhl ab etwa 400 Euro, ein höhenverstellbarer Tisch ebenfalls ab etwa 400 Euro, dazu Monitor und Peripherie. Diese Summe lässt sich deutlich senken, ohne bei der Ergonomie zu sparen: Geprüfte gebrauchte Markenmöbel kosten oft nur 40 bis 60 Prozent des Neupreises, und auch das Mieten von Ausstattung ist eine Option, die Liquidität schont. Wie sich eine vollständige, budgetbewusste Ausstattung planen lässt, zeigt die Checkliste zur Büroausstattung; flexible Modelle behandelt der Ratgeber zum Büromöbel mieten. So wird der ergonomische Arbeitsplatz auch für kleinere Budgets erreichbar – und die Gesundheit der Beschäftigten muss nicht am Preis scheitern.

Der Griff zu gebrauchten Möbeln zahlt sich doppelt aus: Er schont das Budget und die Umwelt. Jeder weitergenutzte Stuhl und Tisch erspart die Rohstoffe und die Energie einer Neuproduktion und hält Möbel im Kreislauf – ein Beitrag zur Nachhaltigkeit, der sich im ESG-Bericht beziffern lässt. Gerade bei langlebigen Markenmöbeln, die für jahrelange Nutzung gebaut sind, ist der Gebrauchtkauf deshalb keine Notlösung, sondern oft die ökologisch und ökonomisch klügere Wahl.

8. Häufige Fragen zum ergonomischen Arbeitsplatz

Was kostet ein ergonomischer Arbeitsplatz?

Ein vollwertig ergonomischer Arbeitsplatz liegt grob bei 800 bis 2.000 Euro. Ein guter dynamischer Bürostuhl kostet ab etwa 400 Euro, ein höhenverstellbarer Schreibtisch ebenfalls ab etwa 400 Euro, hinzu kommen Monitor und Peripherie. Mit geprüften gebrauchten Markenmöbeln lässt sich diese Investition oft um 40 bis 60 Prozent senken – bei gleicher Ergonomie.

Wie oft sollte man die Sitzposition wechseln?

So oft wie möglich, mindestens aber zwei- bis dreimal pro Stunde. Ideal ist der Wechsel zwischen vorderer, mittlerer und hinterer Sitzhaltung sowie der regelmäßige Wechsel zum Arbeiten im Stehen. Eine bewährte Orientierung ist die 60/30/10-Regel: etwa 60 Prozent sitzen, 30 Prozent stehen, 10 Prozent bewegen.

Ist ein ergonomischer Arbeitsplatz im Homeoffice Pflicht?

Grundsätzlich ja. Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet Arbeitgeber, auch für fest eingerichtete Telearbeitsplätze eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und für eine ergonomische Grundausstattung zu sorgen. Die genaue Umsetzung hängt von der betrieblichen Vereinbarung und der Art des Heimarbeitsplatzes ab.

Helfen Hilfsmittel wie FuĂźstĂĽtze oder Dokumentenhalter wirklich?

Ja, gezielt eingesetzt sind sie sehr wirksam. Eine Fußstütze ist sinnvoll, wenn die Füße bei korrekter Sitzhöhe den Boden nicht flach erreichen. Ein Dokumentenhalter zwischen Tastatur und Monitor verhindert ständiges Kopfdrehen und schont so die Halswirbelsäule. Beide kosten wenig und beheben ein konkretes Problem.

Lohnen sich gebrauchte Möbel für einen ergonomischen Arbeitsplatz?

Ja. Hochwertige Marken-Bürostühle und höhenverstellbare Tische bieten gebraucht oder fachgerecht aufbereitet dieselbe Ergonomie wie Neuware, kosten aber oft nur 40 bis 60 Prozent des Neupreises. Wichtig ist, auf geprüfte Qualität (GS-Zeichen, funktionierende Mechanik) zu achten. So lässt sich ein gesunder Arbeitsplatz auch mit kleinerem Budget einrichten.

9. Fazit: gesund arbeiten beginnt bei der Einstellung

Ein ergonomischer Arbeitsplatz ist die Summe weniger, gut eingestellter Bausteine: ein höhenverstellbarer Tisch, ein dynamischer Stuhl, eine neutrale Körperhaltung, richtig platzierte Bildschirme und Eingabegeräte – und vor allem regelmäßige Bewegung. Wer diese Punkte beherzigt, beugt den häufigsten Bürobeschwerden vor, erfüllt seine arbeitsschutzrechtlichen Pflichten und schafft ein Umfeld, in dem konzentriert und gesund gearbeitet wird.

Dabei ist gute Ergonomie keine Frage des größten Budgets, sondern der richtigen Auswahl und Einstellung. Mit geprüften gebrauchten oder aufbereiteten Markenmöbeln lässt sich dieselbe Qualität deutlich günstiger erreichen – Gesundheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gehen so Hand in Hand.

Quellenverzeichnis

  1. Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), § 3 – Grundpflichten des Arbeitgebers. gesetze-im-internet.de/arbschg/__3.html
  2. Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und Technische Regeln für Arbeitsstätten (ASR). gesetze-im-internet.de/arbst_ttv_2004
  3. DGUV Information 215-410 – Bildschirm- und Büroarbeitsplätze (Leitfaden für die Gestaltung). publikationen.dguv.de
  4. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) – Muskel-Skelett-Erkrankungen und Arbeitsunfähigkeit. baua.de
  5. DIN EN 1335 – Büromöbel: Büro-Arbeitsstuhl (Maße, Sicherheit, Ergonomie).

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