Zu warm, zu trocken, zu stickig – über das Raumklima im Büro wird häufiger geklagt als über fast jeden anderen Faktor am Arbeitsplatz. Und das zu Recht: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität entscheiden mit darüber, ob man sich wohlfühlt und konzentriert arbeiten kann oder ob Müdigkeit, Kopfschmerzen und Reizungen den Tag begleiten. Ein gutes Raumklima ist damit kein Komfortdetail, sondern ein handfester Gesundheits- und Produktivitätsfaktor.
Die gute Nachricht: Ein angenehmes Büroklima folgt klaren, arbeitswissenschaftlich belegten Richtwerten – und der wichtigste Hebel kostet nichts. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Eckwerte.
Raumklima im Büro in Zahlen
Dieser Ratgeber erklärt, welche vier Faktoren das Raumklima bestimmen, welche Werte für Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO₂ ideal sind, wie sich die Luftqualität verbessern lässt und mit welchen Maßnahmen ein gesundes Büroklima gelingt. Die genannten Richtwerte stammen aus den Technischen Regeln für Arbeitsstätten und den Empfehlungen der gesetzlichen Unfallversicherung.
1. Warum das Raumklima zählt
Das Raumklima wirkt unmittelbar auf Gesundheit und Leistung. Zu hohe Temperaturen machen müde und unkonzentriert, zu trockene Luft reizt die Schleimhäute von Augen, Nase und Rachen, und verbrauchte, CO₂-reiche Luft führt zu Kopfschmerzen und nachlassender Aufmerksamkeit. Umgekehrt fördert ein ausgewogenes Klima die thermische Behaglichkeit, hält die Atemwege gesund und unterstützt die kognitive Leistungsfähigkeit. Da der Mensch einen großen Teil seiner Zeit im Büro verbringt, summieren sich diese Effekte – ein schlechtes Klima kostet auf Dauer Wohlbefinden, Konzentration und Arbeitstage.
Auch rechtlich ist das Thema verankert: Die Arbeitsstättenverordnung und die zugehörigen Technischen Regeln (ASR) verpflichten Arbeitgeber, für gesundheitlich zuträgliche Atemluft und eine angemessene Raumtemperatur zu sorgen. Das Raumklima ist damit nicht beliebig, sondern an konkrete Anforderungen gebunden. Wer es aktiv gestaltet, erfüllt nicht nur diese Pflichten, sondern investiert in ein Arbeitsumfeld, das Beschäftigte gesund und leistungsfähig hält – und das, wie wenige andere Maßnahmen, mit geringem Aufwand große Wirkung entfaltet.
Das Bewusstsein dafür wächst: Hitzesommer, Energiekrise und die Diskussion über gesundes Arbeiten haben das Raumklima von einem Nebenthema zu einer ernst genommenen Größe gemacht. Unternehmen, die es vernachlässigen, riskieren nicht nur Beschwerden und Produktivitätsverluste, sondern auch das Gefühl mangelnder Wertschätzung. Wer es dagegen aktiv steuert, gewinnt doppelt – an Gesundheit und an Arbeitgeberattraktivität.
Besonders im Sommer wird das Thema brisant: Klettert das Thermometer im Büro über die Wohlfühlgrenze, sinkt die Leistungsfähigkeit messbar – Fehler häufen sich, die Konzentration lässt nach. Die ASR A3.5 trägt dem Rechnung, indem sie ab 26 Grad Maßnahmen vorsieht und diese mit steigender Temperatur verschärft. Umgekehrt führt im Winter trockene Heizungsluft zu gereizten Augen und anfälligen Atemwegen. Beide Extreme zeigen: Ein gutes Raumklima ist ganzjährig Arbeit, kein Selbstläufer.
2. Die vier Klimafaktoren
Das Raumklima ist das Zusammenspiel von vier physikalischen Größen: Lufttemperatur, relativer Luftfeuchtigkeit, Luftqualität (vor allem CO₂- und Schadstoffgehalt) und Luftbewegung. Erst wenn alle vier zusammenpassen, entsteht das, was man als behaglich empfindet. Die folgende Übersicht zeigt die Faktoren und ihre Richtwerte.
Die vier Klimafaktoren
Wichtig ist das Zusammenspiel: Ein einzelner Ausreißer kann das gesamte Empfinden stören, selbst wenn die übrigen Werte stimmen. Eine kühle Zugluft aus der Klimaanlage wird bei sonst idealer Temperatur als unangenehm empfunden, und große, kalte Fensterflächen lassen einen Raum frösteln, obwohl das Thermometer 22 Grad anzeigt. Denn nicht nur die Lufttemperatur zählt, sondern auch die Temperatur der umgebenden Flächen – Wände, Fenster, Böden. Deshalb lässt sich Behaglichkeit nie an einem einzigen Messwert festmachen, sondern nur am Gesamtbild.
Hinzu kommt ein oft übersehener Aspekt: die gefühlte Temperatur. Sie hängt nicht nur von der Luft ab, sondern auch von der Strahlungstemperatur der umgebenden Flächen und von der Luftbewegung. Eine kalte Außenwand oder ein großes Fenster ziehen Wärme vom Körper ab, sodass man trotz warmer Luft friert; ein sonnenbeschienener Raum wirkt umgekehrt schnell stickig. Wer Behaglichkeit erreichen will, denkt deshalb das ganze System – Heizung, Verglasung, Sonnenschutz und Lüftung – zusammen.
Die Luftbewegung schließlich ist die unauffälligste der vier Größen – und wird doch am häufigsten als störend empfunden. Eine konstante, kühle Strömung aus einer Klimaanlage oder einem dauerhaft gekippten Fenster trifft oft genau den Nacken- und Schulterbereich und führt dort zu Verspannungen. Die ideale Luftbewegung ist kaum spürbar: Sie sorgt für genug Zirkulation, ohne dass ein Zug entsteht. Richtig ausgerichtete Luftauslässe und Stoßlüften statt Dauerkippen lösen die meisten Zugluftprobleme.
3. Ideale Richtwerte für Temperatur und Luftfeuchte
Für leichte, sitzende Bürotätigkeit gilt eine Lufttemperatur von etwa 20 bis 22 Grad als ideal. Nach oben setzt die ASR A3.5 klare Grenzen: Übersteigt die Raumtemperatur 26 Grad, soll der Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen; bei extremer Sommerhitze greift ein gestuftes Modell mit zunehmend verpflichtenden Schritten. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte im Korridor von 40 bis 60 Prozent liegen. Sinkt sie dauerhaft unter rund 30 Prozent, trocknen die Schleimhäute aus und werden anfälliger für Reizungen und Infekte; liegt sie dauerhaft zu hoch, drohen Schwüle und Schimmelbildung. Die folgende Tabelle fasst die Richtwerte zusammen.
| Parameter | Idealbereich | Hinweis |
|---|---|---|
| Lufttemperatur | 20–22 °C | Obergrenze 26 °C – darüber Maßnahmen (ASR A3.5) |
| Relative Luftfeuchtigkeit | 40–60 % | nicht unter 30 %, nicht dauerhaft darüber |
| CO₂-Gehalt | unter 1.000 ppm | Frischluft liegt bei rund 400 ppm |
| Luftbewegung | kaum spürbar | genug Zirkulation, aber keine konstante kühle Zugluft |
Da das Temperaturempfinden von Person zu Person verschieden ist, hilft es, den Beschäftigten im kleinen Rahmen eine eigene Regelung zu ermöglichen – ein zugängliches Thermostat, eine bedienbare Jalousie. Schon die Möglichkeit, etwas anpassen zu können, steigert die Zufriedenheit mit dem Klima spürbar, selbst wenn die objektiven Werte unverändert bleiben. Wer das Klima von Anfang an mitdenkt, etwa bei der Auswahl von Sonnenschutz oder Beleuchtung, vermeidet spätere Konflikte – das gehört für ein gesundes Büro ebenso dazu wie eine durchdachte Büroausstattung.
Die Luftfeuchtigkeit wird im Alltag am meisten unterschätzt. Liegt sie im empfohlenen Korridor zwischen 40 und 60 Prozent, arbeitet die natürliche Abwehr der Atemwege optimal und die Schleimhäute bleiben funktionsfähig. Trockene Luft dagegen schwächt diese Schutzfunktion und begünstigt Infekte – ein Effekt, der sich gerade in der Heizperiode in vermehrten Erkältungen niederschlägt. Eine ausgewogene Feuchte ist damit nicht nur eine Komfort-, sondern eine echte Gesundheitsfrage.
Bei der Sommerhitze sieht die ASR A3.5 ein abgestuftes Vorgehen vor: Über 26 Grad Raumtemperatur soll der Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen, über 30 Grad muss er es, und über 35 Grad ist der Raum ohne besondere Schutzmaßnahmen nicht mehr als Arbeitsraum geeignet. Diese Stufung macht deutlich, dass Hitze am Arbeitsplatz ab einem gewissen Punkt eine klare Handlungspflicht auslöst.
4. Luftqualität: CO₂ und Schadstoffe
Der wichtigste Indikator für „verbrauchte" Luft ist die CO₂-Konzentration, gemessen in ppm (parts per million). Frische Außenluft liegt bei rund 400 ppm; im Büro sollte der Wert unter 1.000 ppm bleiben. Schon ab dieser Schwelle lassen Aufmerksamkeit und Frische nach, deutlich darüber kommen Müdigkeit und Kopfschmerzen hinzu. Weil der Mensch selbst die Hauptquelle von CO₂ in geschlossenen Räumen ist, steigt die Konzentration bei vielen Personen ohne Lüftung schnell an – in Besprechungsräumen besonders rasch.
Neben CO₂ belasten flüchtige organische Verbindungen (VOC) die Raumluft. Sie gasen aus neuen Möbeln, Teppichen, Wandfarben, Druckern oder Reinigungsmitteln aus und können Augen und Atemwege reizen, Kopfschmerzen oder Schwindel auslösen – Symptome, die zusammengefasst als „Sick-Building-Syndrom" bekannt sind. Zwei Hebel helfen: eine effektive Lüftung, die Schadstoffe abführt, und die Auswahl schadstoffarmer, emissionsgeprüfter Materialien bei der Einrichtung. Gerade bei einer nachhaltigen Büroeinrichtung zahlt sich der Blick auf geprüfte Materialien doppelt aus – für die Umwelt und für die Innenraumluft. Eine CO₂-Ampel macht die Luftqualität sichtbar und sensibilisiert die Belegschaft fürs rechtzeitige Lüften.
Wie schnell die Luft kippt, unterschätzen viele. In einem voll besetzten Besprechungsraum kann die CO₂-Konzentration schon nach einer Stunde deutlich über die kritische Schwelle steigen – mit spürbaren Folgen für die Konzentration der Teilnehmenden. Deshalb empfiehlt es sich, gerade in solchen Räumen häufiger und konsequenter zu lüften und die Werte sichtbar zu machen. Eine einfache CO₂-Ampel, die bei Grün, Gelb und Rot zum Handeln auffordert, verändert das Lüftungsverhalten oft schon allein durch die Sichtbarkeit.
Ein gezielter Hebel gegen Schadstoffe ist die Materialwahl. Neue Möbel, Teppiche und Farben gasen in den ersten Wochen am stärksten aus; emissionsarme, geprüfte Produkte reduzieren diese Belastung deutlich. Auch der Griff zu gebrauchten, bereits ausgegasten Möbeln kann die Innenraumluft schonen, weil ihre Emissionen längst abgeklungen sind. Saubere Luft beginnt damit schon bei der Einrichtung, nicht erst beim Lüften.
Die Investition in gute Luft zahlt sich messbar aus. Wo die kognitive Leistungsfähigkeit durch frische, sauerstoffreiche Luft gestützt wird, steigen Tempo und Qualität der Arbeit; gleichzeitig sinken die Fehlzeiten, weil ein gesundes Klima das Immunsystem entlastet und die Ausbreitung von Infekten bremst. Gerade in dicht belegten Büros ist die Luftqualität damit kein weiches Wohlfühlthema, sondern ein harter Faktor für Produktivität und Gesundheit.
5. Raumklima verbessern: die Maßnahmen
Ein gutes Raumklima entsteht aus einer Kombination von richtigem Verhalten, einfachen Hilfsmitteln und – wo nötig – Technik. Sinnvoll ist, mit den günstigsten und wirksamsten Hebeln zu beginnen. Die folgende Roadmap zeigt die Reihenfolge.
Raumklima verbessern in 4 Schritten
Der mit Abstand wichtigste und günstigste Hebel ist das richtige Lüften. Statt Fenster dauerhaft zu kippen – was im Winter viel Energie kostet und die Wände auskühlt –, sorgt mehrmals täglich eine intensive Stoß- oder Querlüftung von fünf bis zehn Minuten für einen vollständigen Luftaustausch, ohne das Gebäude auszukühlen. Eine CO₂-Ampel hilft, den richtigen Zeitpunkt zu finden: lüften, bevor die Konzentration die 1.000-ppm-Schwelle überschreitet. Gegen sommerliche Hitze wirkt vor allem ein außen- oder innenliegender Sonnenschutz, der die Wärme gar nicht erst hereinlässt. Die folgende Übersicht ordnet typische Probleme den passenden Lösungen zu.
| Parameter | Typisches Problem | Effektive Lösung |
|---|---|---|
| Temperatur | im Sommer zu heiß, im Winter zu kalt | Sonnenschutz, korrekt eingestellte Heizung/Klima, flexible Kleiderordnung |
| Luftfeuchtigkeit | zu trocken (unter 40 %), Augenreizungen | hygienische Luftbefeuchter, Zimmerpflanzen, Heizleistung senken |
| Luftqualität (CO₂/VOC) | hohe CO₂-Werte führen zu Müdigkeit | regelmäßiges Stoßlüften, CO₂-Ampel, schadstoffarme Materialien |
| Luftbewegung | unangenehme Zugluft aus Klima oder Kippfenster | Luftauslässe ausrichten, Stoß- statt Kipplüften, Luftgeschwindigkeit drosseln |
Bei dauerhaft trockener Luft – häufig in modernen, gut gedämmten Gebäuden mit mechanischer Lüftung – sind hygienische Luftbefeuchter eine wirksame Lösung, um die Feuchte in den Bereich von 40 bis 60 Prozent zu bringen. Zimmerpflanzen unterstützen das Klima zusätzlich: Sie erhöhen über die Verdunstung leicht die Luftfeuchtigkeit und verbessern das subjektive Wohlbefinden. Ihr Effekt ist aber deutlich geringer als der einer technischen Anlage und sollte als ergänzende, nicht als alleinige Maßnahme verstanden werden. Pflegeleichte Arten wie Bogenhanf, Grünlilie oder Efeutute eignen sich dafür besonders.
Gegen sommerliche Hitze ist die Reihenfolge entscheidend: Am wirksamsten ist es, die Wärme gar nicht erst hereinzulassen. Außenliegender Sonnenschutz wie Markisen oder Raffstores hält deutlich mehr Hitze ab als innenliegende Rollos, weil er die Strahlung schon vor der Scheibe abfängt. In den kühlen Morgen- und Abendstunden – oder über Nacht, wo möglich – lässt sich der Raum durch Querlüften herunterkühlen, sodass er tagsüber länger angenehm bleibt. Eine Klimaanlage ist erst dann die richtige Wahl, wenn diese passiven Maßnahmen nicht ausreichen.
Im Winter dreht sich das Bild: Jetzt geht es darum, ausreichend zu lüften, ohne die Räume auszukühlen, und die Luft nicht zu stark auszutrocknen. Stoßlüften statt Dauerkippen ist hier doppelt wichtig, weil gekippte Fenster im Winter enorm Energie kosten und die Wände auskühlen, ohne die Luft wirklich auszutauschen. Wer die Heizung etwas niedriger einstellt und bei Bedarf befeuchtet, hält die Luftfeuchte oben und spart zugleich Energie.
Kommt eine Klimaanlage zum Einsatz, entscheidet die Wartung über ihren Nutzen: Verschmutzte Filter und falsch eingestellte Auslässe sorgen schnell für Zugluft und können Keime verteilen. Regelmäßig gewartet und richtig ausgerichtet, kühlt sie dagegen zuverlässig, ohne Beschwerden zu verursachen. Auch hier gilt: Die Technik ist nur so gut wie ihre Pflege – ein gut gelüfteter Raum mit Sonnenschutz schlägt eine schlecht gewartete Anlage allemal.
6. Mitarbeitende einbeziehen
Raumklima ist nicht nur Physik, sondern auch Wahrnehmung. Wer die eigene Umgebung beeinflussen kann – ein Fenster öffnen, die Heizung regeln, die Jalousie bedienen –, bewertet das Klima deutlich positiver, selbst wenn die Messwerte nicht perfekt sind. Umgekehrt führt das Gefühl, ausgeliefert zu sein, schnell zu Unzufriedenheit. Unternehmen sollten den Beschäftigten deshalb so viel Kontrolle über ihr direktes Umfeld geben wie möglich.
Oft genügen schon einfache, sichtbare Signale, um das Verhalten zu ändern. Ein Hinweis am Fenster, eine CO₂-Ampel im Besprechungsraum oder eine kurze Einweisung ins richtige Stoßlüften kosten fast nichts und wirken sofort. Raumklima ist eben nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Gewohnheiten – und gute Gewohnheiten lassen sich mit kleinen Anstößen etablieren.
Ebenso wichtig ist, Rückmeldungen ernst zu nehmen. Häufen sich Klagen über zu kalte oder zu warme Räume, lohnt es sich, nicht nur die Technik zu prüfen, sondern auch das Gespräch über individuelle Bedürfnisse und Kompromisse zu suchen – etwa flexible Arbeitszonen mit unterschiedlichen Bedingungen oder eine angepasste Kleiderordnung. Ein gutes Raumklima, das auf den Rückmeldungen der Belegschaft aufbaut, wird so zu einem sichtbaren Teil der Wertschätzung und der Unternehmenskultur. Es ergänzt damit, was ein ergonomischer Arbeitsplatz für die Gesundheit leistet: Beide zusammen machen aus einem Büro einen Ort, an dem man gerne und konzentriert arbeitet.
7. Häufige Fragen zum Raumklima im Büro
Was tun, wenn es im Büro zu heiß ist?
Zuerst greifen organisatorische Maßnahmen: Sonnenschutz nutzen (Jalousien, Rollos), in den kühlen Morgenstunden lüften und eine flexible Kleiderordnung erlauben. Übersteigt die Lufttemperatur am Arbeitsplatz 26 Grad, ist der Arbeitgeber laut ASR A3.5 zu Maßnahmen verpflichtet; bei sehr hohen Temperaturen werden diese Pflichten stufenweise strenger.
Wie oft sollte man im Büro lüften?
Als Faustregel empfiehlt sich etwa stündlich eine Stoßlüftung von fünf bis zehn Minuten. In Besprechungsräumen mit mehreren Personen sollte häufiger gelüftet werden, da die CO₂-Konzentration dort schneller steigt. Eine CO₂-Ampel hilft, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen – idealerweise wird gelüftet, bevor 1.000 ppm überschritten werden.
Hilft ein Luftbefeuchter im Büro wirklich?
Ja. Bei dauerhaft trockener Luft ist ein hygienischer Luftbefeuchter wirksam, um die empfohlene relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent zu erreichen. Das reduziert Beschwerden wie trockene Augen, gereizte Schleimhäute und einen kratzenden Hals. Wichtig ist die regelmäßige Reinigung des Geräts, damit es nicht selbst zur Keimquelle wird.
Sind Zimmerpflanzen gut für das Raumklima?
Zimmerpflanzen wirken unterstützend: Sie erhöhen durch Verdunstung leicht die Luftfeuchtigkeit und steigern das subjektive Wohlbefinden. Ihr Effekt auf Luftreinigung und Befeuchtung ist jedoch deutlich kleiner als der technischer Geräte. Sie sind also eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Ersatz für richtiges Lüften und gegebenenfalls einen Luftbefeuchter.
8. Fazit: kleine Hebel, große Wirkung
Ein gutes Raumklima ist kein Zufall, sondern das Ergebnis weniger, klarer Stellschrauben: die richtige Temperatur, eine ausgewogene Luftfeuchtigkeit, niedrige CO₂-Werte und keine störende Zugluft. Die wirksamste Maßnahme ist zugleich die günstigste – regelmäßiges, richtiges Lüften. Erst danach folgen technische Hebel wie Sonnenschutz, Luftbefeuchter oder eine optimierte Klimaanlage.
Wer das Raumklima aktiv gestaltet und die Beschäftigten dabei einbezieht, schützt deren Gesundheit, beugt Fehlzeiten vor und schafft ein Umfeld, in dem konzentriert gearbeitet wird. Gemeinsam mit ergonomischen Möbeln und einer durchdachten Einrichtung wird das Büro so zu einem Ort, der Leistung ermöglicht, statt sie zu bremsen – mit Mitteln, die meist wenig kosten und viel bewirken.
Quellenverzeichnis
- ASR A3.5 – Raumtemperatur (Technische Regeln für Arbeitsstätten, BAuA). baua.de – ASR A3.5
- ASR A3.6 – Lüftung (Technische Regeln für Arbeitsstätten, BAuA). baua.de – ASR A3.6
- DGUV Information 215-520 – Klima im Büro (Herausgeber: VBG/BGW). publikationen.dguv.de
- Umweltbundesamt – Gesundheit und Innenraumluft (CO₂, VOC, Lüften). umweltbundesamt.de
- Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) – Anforderungen an Raumtemperatur und Lüftung. gesetze-im-internet.de/arbst_ttv_2004




