Was macht eine gute Arbeitsplatzgestaltung aus?
Moderne Arbeitsplatzgestaltung verbindet Ergonomie, Funktionalität und Wohlbefinden zu einem Gesamtkonzept, das messbar auf Gesundheit und Produktivität wirkt. Es geht nicht um schöne Möbel — es geht darum, den Arbeitsplatz so zu gestalten, dass der Mensch darin seine beste Arbeit leisten kann, ohne gesundheitliche Schäden zu erleiden.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beziffert die Kosten arbeitsbedingter Erkrankungen in Deutschland auf über 85 Milliarden Euro jährlich. Ein erheblicher Teil davon entfällt auf Muskel-Skelett-Erkrankungen, die durch falsche Arbeitsplatzgestaltung begünstigt werden. Investitionen in ergonomische Gestaltung zahlen sich daher nicht nur menschlich, sondern auch wirtschaftlich aus.
Die vier Säulen der Arbeitsplatzgestaltung
Eine ganzheitliche Arbeitsplatzgestaltung ruht auf vier Säulen:
- Ergonomie: Anpassung der Arbeitsmittel an den Menschen — nicht umgekehrt. Stuhlhöhe, Schreibtischniveau, Monitorabstand und -höhe, Tastatur- und Mausposition
- Beleuchtung: Mindestens 500 Lux am Arbeitsplatz (ASR A3.4), Tageslicht bevorzugen, Blendung vermeiden, individuelle Arbeitsplatzleuchten ergänzen
- Akustik: Schallpegel unter 55 dB(A) für konzentrierte Arbeit (VDI 2569). Absorber, Trennwände, Teppichböden und Akustikdecken reduzieren Störschall
- Raumklima: Temperatur 21–23°C, Luftfeuchtigkeit 40–60 %, regelmäßige Lüftung. CO₂-Konzentration unter 1.000 ppm
Ergonomischer Arbeitsplatz: Die Checkliste
Ein ergonomisch korrekt eingerichteter Büroarbeitsplatz folgt klaren Regeln:
- Stuhl: Höhenverstellbar, Sitztiefe anpassbar, Lordosenstütze, Synchronmechanik für dynamisches Sitzen. Oberarme hängen locker, Unterarme liegen waagerecht auf der Tischplatte
- Schreibtisch: Höhe 68–76 cm (fest) oder elektrisch höhenverstellbar (65–125 cm). Mindesttiefe 80 cm, Mindestbreite 160 cm für Bildschirmarbeit
- Monitor: Oberkante auf Augenhöhe oder leicht darunter. Abstand 50–70 cm. Kein Fenster im Rücken (Blendung) und nicht direkt davor (Gegenlicht)
- Tastatur und Maus: Schulterbreit vor dem Körper, Handgelenke gerade (nicht abgeknickt). Tastatur flach aufgestellt, Füßchen eingeklappt
- Fußstütze: Bei kleineren Personen, wenn die Füße nicht flach auf dem Boden stehen
Normen und Vorschriften
Die wichtigsten rechtlichen Grundlagen für die Arbeitsplatzgestaltung in Deutschland:
- Arbeitstättenverordnung (ArbStättV): Rahmenregelung für Arbeitsstätten, verweist auf die Technischen Regeln (ASR)
- ASR A1.2: Raumabmessungen und Bewegungsflächen — mindestens 8 m² pro Arbeitsplatz im Büro
- ASR A3.4: Beleuchtung — 500 Lux für Büro- und Bildschirmarbeit
- ASR A3.5: Raumtemperatur — mindestens 20°C bei sitzender Tätigkeit
- ASR A3.7: Lärm — Beurteilungspegel unter 55 dB(A) bei konzentrierter Arbeit
- DGUV Information 215-410: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze — detaillierte Gestaltungsempfehlungen
Moderne Arbeitsplatzgestaltung: Trends
- Activity Based Working: Verschiedene Zonen für verschiedene Tätigkeiten statt ein Einheitsarbeitsplatz
- Biophilic Design: Integration von Pflanzen, Naturmaterialien, Tageslicht und natürlichen Formen
- Steh-Sitz-Dynamik: Höhenverstellbare Schreibtische für den regelmäßigen Wechsel zwischen Sitzen und Stehen
- Akustikzonen: Fokusplätze, Telefonboxen und offene Kollaborationsflächen akustisch voneinander getrennt
- Nachhaltigkeit: Refurbished Möbel, Mietmodelle, modulare Systeme statt Neuanschaffung für jedes Projekt
Professionell aufbereitete Markenmöbel (Steelcase, Vitra, Herman Miller) bieten volle Ergonomie zu 40–60 % des Neupreises — ideal für Unternehmen, die Qualität und Nachhaltigkeit verbinden wollen.
Häufige Fragen zur Arbeitsplatzgestaltung
Was gehört zur ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung?
Ein höhenverstellbarer Stuhl mit Lordosenstütze, ein Schreibtisch in korrekter Höhe (idealerweise höhenverstellbar), ein Monitor auf Augenhöhe im richtigen Abstand (50–70 cm), ausreichende Beleuchtung (500+ Lux) und ein Raumklima von 21–23°C bei 40–60 % Luftfeuchtigkeit.
Welche Normen gelten für die Büroarbeitsplatzgestaltung?
Die Arbeitstättenverordnung (ArbStättV) mit ihren Technischen Regeln (ASR) ist die zentrale Rechtsgrundlage. Ergänzend gilt die DGUV Information 215-410 für Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Diese Regelwerke definieren Mindestanforderungen an Fläche, Beleuchtung, Temperatur und Ergonomie.
Wie viel kostet eine ergonomische Büroausstattung?
Eine vollständige ergonomische Ausstattung (Stuhl + höhenverstellbarer Schreibtisch + Monitor + Zubehör) kostet neu 2.000–4.000 € pro Arbeitsplatz. Mit refurbished Markenmöbeln sinken die Kosten auf 1.000–2.000 € bei gleicher ergonomischer Qualität.





